Die Musikindustrie schaufelt sich ihr eigenes Grab
Zu Zeiten als Musik noch auf Plastikscheiben eingeritzt wurde,
oder etwas später, kostete eine solche Scheibe zwischen 10 und 20 DM.
Das teuerste an dem Endprodukt "Schallplatte" war das Hochglanzcover
auf Pappe.
Gerne haben wir eine Schallplatte vom Freund auf eine Kasette aufgenommen.
Wir haben Platten gekauft, um diesem Freund auch ein wenig gute Musik zukommen zu lassen.
Dann kam die CDA.
Nachdem man den Ersteller des Formats CD-Audio zerdrückt hatte,
kamen die ersten Tonträger heraus,
Die Produktionskosten einer CDA lagen wesentlich tiefer als bei Schallplatten.
So bei 1.50DM, glaube ich.
Inklusive "Jewel Case" und "inlay".
Oder wie das heisst.
Die Dinger brachten aber im Verkauf an den Endkunden 30 - 40DM.
Ihr könnt ja mal den Rechner zücken und nachrechnen
was für eine Gewinnsteigerung das war.
Durch die geringen Produktionskosten verfiel der Sinn für gute Musik bei der Industrie.
Falls die jemals einen hatten.
Jede Klappspatenkombo hat nen Vertrag bekommen.
Hunderttausende produzierte Müll-CDAs wurden bei Misserfolg vernichtet.
Kost ja nix.
Aber wie machen wir NOCH MEHR Gewinn?
Man hatte schnell eine neue Idee:
'Wir schreiben den Leuten einfach vor was gute Musik ist.
Bleibt ja nichts anderes, weil wir es ja nicht wissen.
Wir sind nur an Geld interessiert.'
So, wie setzt man sowas um?
"Hey, wir machen mit unseren \"Medienvergewaltigern\" einen coolen deal"
>Timbuktu sucht den Superstar!<
Begeisterung.
"JA! ...und knebeln wir dann die Gewinner UND Verlierer mit niederträchtigen Verträgen!"
Applaus, Begeisterung.
Die digitale Welt der Musikindustrie war in Ordnung.
Schon vorher kamen aber Stimmen auf,
dass digital abgespeicherte Medien sich ohne Qualitätsverlust kopieren lassen.
Es kamen Tauschbörsen auf.
Die Begeisterten tauschten wie im Rausch alles was sie hatten.
Nun war aber zu dieser Zeit das Internet für viele noch ziemlich langsam.
Dank dem MP3 Format hatte sich aber die Dauer zum Herunterladen eines Liedes
stark verringert.
Die Nutzer von P2P Programmen stellten ihre Sammlungen ins Netz.
In Programmen wie edonkey konnte man nach dem suchen, was man mag.
Wenn ich zum Beispiel gerne ABBA höre und nach einem Album suche,
das ich noch nicht habe, und ich sehe der Freund hört auch die "Bee Gees",
aber ich kenne die nicht,
konnte ich mir das herunterladen und anhören.
"Aaaaah, die sind aber auch gut."
Vielleicht wäre ich zum Fan geworden.
Heute geht da nix mehr.
Wie erfahre ich von neuen Bands oder Interpreten?
>Timbuktu sucht den Superstar<
"Die Opfer sollen einfach hören und gut finden,was wir ihnen geben!"
Applaus.
Ich könnte mich hier noch stundenlang über den Schwachsinn der Musikindustrie auslassen.
Fakt ist, die sind einfach zu dumm.
Zu dumm um ein "online format" zu erstellen,
ein eigenes Portal, mit shop,
wo das Material UMSONST heruntergeladen werden kann.
Dann könnte man mit Hilfe einer zentralen Serverstruktur
genau die Geschmäcker seiner potentiellen Kunden erforschen.
Man könnte Zuwächse erreichen, die für die Superspaten dort noch nicht einmal vorstellbar sind.
Aber was macht die Musikindustrie?
Sie schadet sich selber.
Sie hat Angst vor diesen unbekannten Vertriebswegen.
...weil sie diese nicht verstehen.
Aber was nun?
Abmahnen ist angesagt!
Jawoll, das bringt Geld in die Kassen.
Auch in die von dubiosen Anwaltskanzleien.
Man stellt einfach das neue "supiklappspattenrapperalbum" SELBER in Tauschbörsen zur Verfügung.
Nutzer XY freut sich über das Album was er heruntergeladen hat und
als Fan wird er es trotzdem kaufen, wenn es gut ist.
Stattdessen flattert ein Schreiben vom Anwalt der Musikindustrie ins Haus.
DAS schadet dem Verkauf von Tonträgern.
Nun meinen die tatsächlich sie könnten DIREKT auf gespeicherte Daten der provider zugreifen?
HALLO? GEHTS NOCH?
Ich für meinen Teil werde mir erst eine CDA kaufen,
wenn der Preis bei 3 - 5€ liegt.
Dann verdienen die immer noch genug und ich bekomme eine feine Scheibe.
Bis dahin bin ich stolz darauf noch NIEMALS einen digitalen Tonträger erworben zu haben.
Eine DVD setze ich bei 10€ an.
Die würden verkaufen bis der Arzt kommt.
Und um der Musikindustrie zu helfen,
zücke ich nun meinen eigenen Klappspaten und reiche ihn lächelnd herüber.
Nicht?
Na gut, dann helfe ich halt aktiv mit euer Grab zu schaufeln.